Wo entbinde ich mein Baby?

Eine der elementarsten Fragen, die sich jede Schwangere stellt ist: Wie und wo soll die Geburt stattfinden? Grundsätzlich würde ich sagen, gibt es zwei Varianten mit jeweils zwei Unterteilungen:

  1. Die Geburt zu Hause zum Beispiel als Hausgeburt mit Hebamme oder als Alleingeburt
  2. Die Geburt in einer Einrichtung zum Beispiel im Kreißsaal oder Geburtshaus

In dem folgenden Artikel möchte ich auf diese vier Arten der Entbindungsmöglichkeiten eingehen und was man bei der Wahl beachten sollte.

1. Wie finde ich ein gutes Krankenhaus / guten Kreißsaal

Ganz klassisch würde ich behaupten ist die Geburt im Krankenhaus. Man wählt einen Kreißsaal, in der Regel im nächst gelegenen Krankenhaus und bringt dort sein Baby zur Welt. Egal ob natürliche Geburt, Geburt mit oder ohne PDA, Notkaiserschnitt oder geplanter Kaiserschnitt… Im Krankenhaus gibt es viele Möglichkeiten, sein Baby auf die Welt zu bringen. Das Einzige was man bei der Wahl der Klinik beachten muss ist, dass nicht jedes Krankenhaus eine Frühchenstation hat. Das bedeutet, wenn dein Baby zu früh zur Welt kommt (also vor der 37. SSW), dass dich nicht jedes Krankenhaus aufnehmen wird. Meistens sind es die Uni-Kliniken, die Geburten ab der 23./24. Woche durchführen können. Ab diesem Zeitpunkt sollen Babys außerhalb des Mutterleibs überlebensfähig sein. Du solltest dich also immer über einen Plan B informieren, wenn deine Wunschklinik keine Frühchenstation hat. Die meisten Entbindungsstationen bzw. den Kreißsaal kann man besichtigen. Es gibt Infoabende, bei denen du dich über die Einrichtungen informieren kannst. Wichtig ist, dass du dich dort wohl fühlen kannst. Natürlich kannst du auch ambulant entbinden und direkt nach der Geburt entlassen werden. Die meisten Ärzte und Hebammen empfehlen aber, nach der Geburt 3-4 Tage im Krankenhaus Kraft zu tanken.

Ich habe meinen Sohn im Krankenhaus Neu-Bethlehem in Göttingen auf die Welt gebracht und habe mir das Zimmer mit einer netten Mama geteilt. Die Schwestern und Hebammen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Am Anfang habe ich mich wie die schlechteste Mama überhaupt gefühlt. Das Stehen und Gehen fiel mir schwer, ich wusste nicht wie ich meinen Sohn wickeln und anziehen soll, er wirkte so zerbrechlich. Und dann die Sache mit dem Stillen… Das hat nicht auf Anhieb so funktioniert, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich hatte zu jeder Uhrzeit einen Ansprechpartner und ich habe mich gut versorgt gefühlt. Im Internet liest man aber sehr oft Gruselgeschichten, wenn Mütter über ihre Zeit während und nach der Geburt im Krankenhaus berichten. Gewalt im Kreißsaal ist eines der top Themen im Moment. Deswegen: informiert euch gut und zieht auch Alternativen in Betracht, wenn ihr keine Probleme in der Schwangerschaft habt.

2. Was ist ein Geburtshaus?

Ein Geburtshaus ist eine Einrichtung, die von mehreren Hebammen geführt wird. Das bedeutet, dass ein Geburtshaus ähnlich einem Kreissaal ist, nur dass idR keine Ärzte bei der Geburt anwesend sind. In Geburtshäusern soll es oft familiärer und selbstbestimmter zugehen, als bei der Geburt in einem Krankenhaus. Die Räume sind wohnlich eingerichtet und die Geburt wird von vielen Müttern als viel entspannter geschildert. Die Hebammen haben mehr Zeit für die Mütter, man kann sie im Vorfeld kennenlernen und schon während der Schwangerschaft von ihnen begleitet werden. Und er Regel handelt es sich bei Geburtshäusern um eine ambulante Geburt. Das bedeutet, dass man nach der Geburt nach Hause gehen darf und nicht stationär betreut wird. Es gibt aber auch Geburtshäuser mit Zimmern, in denen man übernachten darf. Die Geburt im Geburtshaus wird von den Krankenkassen übernommen. Materialen, Übernachtung uvm. kann in Rechnung gestellt werden, kann aus Kulanz, je nach Krankenkasse, aber auch übernommen werden. Wenn du dich für ein Geburtshaus interessierst, solltest du frühzeitig Kontakt aufnehmen, da diese sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Wichtig ist nur, dass Geburtshäuser dich nur bei der Geburt begleiten, wenn dein Baby kein Frühchen mehr ist! Ein Geburtshaus gibt es in den meisten größeren Städten. In meiner Region gibt es das Geburtshaus in Kassel und Göttingen.

3. Wann ist eine Hausgeburt möglich?

Neben der Möglichkeit dein Baby in einer speziellen Einrichtung zu entbinden, gibt es auch die Möglichkeit, das Baby zu Hause in den eigenen vier Wänden auf die Welt zu bringen. Wo sonst, kann man ganz entspannt das neue Familienmitglied willkommen heißen. Man kann es sich nach der Geburt direkt zu Hause gemütlich machen und reduziert den Stress für Mama und Baby. Gerade Mütter, die schon mehrere Kinder auf die Welt gebracht haben, wählen die Hausgeburt. Sie wissen, was auf sie zukommt, sie kennen ihren Körper. Weiterer Vorteil: Du musst dir keine Sorgen machen, wer deine Kinder betreut. Du musst sie nicht mitten in der Nacht aus den Betten holen und bei den Großeltern / Freunden / etc. vorbei bringen, wenn plötzlich deine Wehen los gehen. Sie können entspannt weiterschlafen oder sogar dabei sein! Ich konnte mir nicht vorstellen, mein Baby zu Hause zu bekommen, auch wenn ich nur positives darüber gehört habe. Ich denke aber, es ist eine echte Alternative! Bei einer Hausgeburt benötigst du auf jeden Fall eine Beleghebamme, die Hausgeburten anbietet. Es gibt nicht mehr viele Hebammen, die Beleggeburten anbieten. Daher solltest du dich frühzeitig informieren und eine passende Hebamme suchen, wenn du dich für eine Hausgeburt interessierst.

4. Was ist, wenn ich mir eine Hausgeburt wünsche, aber keine Hebamme finde?

Wie ich oben bereits geschrieben habe, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, dein Baby auf die Welt zu bringen: die Alleingeburt. Von der Alleingeburt habe ich zuerst in diversen Facebook-Gruppen gelesen. Eine Alleingeburt ist eine Hausgeburt ohne Hebamme oder Arzt. Also, wie der Name schon sagt, ganz alleine. Eine Alleingeburt wird in den meisten Fällen von Müttern praktiziert, die schon mehrere Kinder auf die Welt gebracht haben und keine Unterstützung bei der Geburt benötigen. Sie wollen sich auf sich selbst konzentrieren und auf ihren Körper vertrauen und wünschen sich mehr Selbstbestimmung. So soll jede Frau in der Lage sein, intuitiv unter der Geburt das Richtige zu tun, wenn man sie lässt. Hebammen und Ärzte sind sich einig, dass Alleingeburten für Mutter und Kind extrem gefährlich sind. Wer sich dafür interessiert, kann im Internet viele Geburtsberichte von Müttern finden.